Sternsinger auf Klimaschutz-Mission

Krotzenburger Könige sammeln 13.000 Euro für Hilfsprojekte

Klein-Krotzenburg. „Gemeinsam für Gottes Schöpfung, in Kenia und weltweit“ – unter diesem Motto waren in Klein-Krotzenburg über 60 Kinder und Jugendliche der Pfarrei
St. Nikolaus als Sternsinger unterwegs. Um den weihnachtlichen Segen in die Häuser zu bringen und um Segen zu sein für Not leidende Kinder in aller Welt. Die stolze Summe von rund 13.000 Euro brachten die buntgewandeten Königinnen und Könige zusammen. Geld, das in den großen Topf des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ fließt, um weltweit Hilfsprojekte für Kinder in Entwicklungs- und Schwellenländern zu finanzieren.

Inhaltlicher Schwerpunkt der diesjährigen Aktion waren die Folgen des Klimawandels im Beispielland Kenia. Dort, aber auch in der gesamten Region Ostafrika und vielen anderen Entwicklungsländern trifft die Erderwärmung die Ärmsten besonders hart. Im Gottesdienst der St. Nikolaus-Gemeinde am Dreikönigswochenende berichtete der 25-jährige Tesfit, ein Flüchtling aus Eritrea, was Klimawandel für die Menschen in seiner Heimat bedeutet. Kleinbauern und ihr Vieh litten infolge katastrophaler Dürren unter extremem Wassermangel. Eine sechsköpfige Familie müsse beispielsweise mit 40 Litern Wasser in der Woche auskommen. „Für das Trinken, Händewaschen und Kochen“, erzählte Tesfit. Stundenlang seien Frauen und Kinder oft unterwegs, um in Erdlöchern auf Reste von Wasser zu stoßen.

„Der Zugang zu sicherem Trinkwasser ist ein grundlegendes, fundamentales und allgemeines Menschenrecht“, zitierte Tobias Schwab aus der Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franzikus. „Die Welt“, so der Papst, „lädt eine schwere soziale Schuld gegenüber den Armen auf sich, die keinen Zugang zu Wasser haben, denn das bedeutet, ihnen das Recht auf Leben zu verweigern, das in ihrer unveräußerlichen Würde verankert ist.“
 
Der Appell des Papstes, dass Mitleid Gerechtigkeit nicht ersetzen könne und alle, jeder einzelne und alle Staaten, ihren Beitrag zum Schutz des Klimas leisten müssten, stand am Ende des Predigtgesprächs, in dem Dario Weih, einer der Gruppenleiter des Sternsingens, auch von der Herzlichkeit berichtete, mit der die Klein-Krotzenburger die Könige bei eisigen Temperaturen empfangen hätten.
 
Steffen Berger, Organisator des Sternsingens in der Gemeinde St. Nikolaus, zeigte sich beeindruckt vom Engagement der vielen Mädchen und Jungen, die sich beteiligten, aber auch vom Team hinter der Königen. Dazu gehörten wiederum Holger Bonifer; Susanne und Christoph Kopp; Lukas, Martina und Thomas Rohé, Stephanie Sattler sowie Trude und Berthold Müller. Schließlich mussten die Kinder und Jugendlichen auch königlich eingekleidet, inhaltlich vorbereitet und verköstigt werden sowie ihre Lieder einzustudieren. Für die musikalische Begleitung waren dabei Tim Jäger und Jochen Mickler verantwortlich.

Tobias Schwab