Blutmineralien für unsere Smartphones

Missio-Experte zu Gast bei Infoabend der Fairtrade-Gemeinde Hainburg

Was haben unsere Handys und Tablets mit der Demokratischen Republik Kongo zu tun? Im Osten des afrikanischen Landes wüten seit Jahren blutige Konflikte, bei denen es unter anderem um die Bodenschätze des Landes geht. Rebellengruppen erobern gezielt Gold- und Coltan-Minen und verkaufen die Erze, die für die Herstellung von Smartphones, Computern und Bildschirmen benötigt werden, um ihren Terror zu finanzieren. Auch große Elektronik-Hersteller verarbeiten Rohstoffe aus illegalen Minen. Opfer des Handels ist die Zivilbevölkerung. Menschen werden brutal vertrieben, vergewaltigt und verstümmelt oder zur Arbeit im Bergbau gezwungen. Vor allem Frauen und Kinder leiden und werden traumatisiert.

Die Steuerungsgruppe der Fairtrade-Gemeinde Hainburg lädt für Donnerstag, 16. März, um 20 Uhr zu einem Informations- und Gesprächsabend zum Thema „Saubere Handys!“ im Evangelischen Gemeindehaus Hainburg, Uhlandstraße1, ein. Zu Gast sind Jörg Nowak vom katholischen Hilfswerk Missio (Aachen) und Tobias Schwab, Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Rundschau. Nowak war mehrfach in der Demokratischen Republik Kongo unterwegs, um für die Missio-Kampagne „Saubere Handys!“ zu recherchieren. Er wird in Hainburg auch einen Ausschnitt aus einer TV-Dokumentation über die „Blutmineralien“ zeigen.
Im Gespräch mit Tobias Schwab geht es darum gehen, wie die Europäische Union und die Bundesregierung auf den blutigen Handel reagieren, wie Verbraucher Druck auf Politik und Hersteller ausüben können und welche „sauberen“ Produkt-Alternativen es jetzt schon im Handel gibt.

Besucherinnen und Besucher des Abends sind eingeladen, nicht mehr benötigte Alt-Handys mitzubringen. Die in ihnen steckenden wertvollen Mineralien können beim Recycling wiedergewonnen werden. Diese Rohstoffe müssen dann nicht mehr umweltschädigend und unter Verletzung von Menschenrechten abgebaut werden. Missio arbeitet bei seiner Kampagne mit dem Recycling-Unternehmen „Mobil-Box“ zusammen. Für jedes eingesammelte Gerät erhält Missio eine Spende zur Finanzierung von Traumazentren im Kongo. In ihnen werden Frauen, die Opfer von sexueller Gewalt wurden, betreut.

Tobias Schwab