Geschichte der Liebfrauenheide

Das geschnitzte Vesperbild der Schmerzhaften Gottesmutter Maria, eine Pieta, ist seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts Ziel vieler Wallfahrer. Das Bild steht in einer Kapelle im Wald von Klein-Krotzenburg. Das Gnadenbild wurde etwa 1620 geschnitzt.
Hirten entdeckten nach dem Dreißigjährigen Krieg das Bild in einer hohlen Eiche, wo es vielleicht vor plündernden Soldaten versteckt worden war. 1736 wurde dort eine Kapelle errichtet, auf der Liebfrauenheide, die zum Ziel vieler Wallfahrer und stiller Beter geworden war. Votivbilder erzählen von vielen Gebetserhörungen.
Das Bild wurde 1755 in die Pfarrkirche Klein-Krotzenburg übertragen und die Kapelle auf der Liebfrauenheide entfernt. Dieser Ort im Wald blieb dennoch Treffpunkt vieler Beter.

Der Mainzer Bischof von Ketteler empfahl den Bau einer neuen Kapelle und eine Wiederbelebung der noch nicht vergessenen Wallfahrt zur Liebfrauenheide. Diese Kapelle wurde 1868 geweiht. Bischof von Ketteler lud die Werktätigen der Umgebung zu einer Kundgebung am 25.07.1869 ein, bei der er vor etwa 10.000 Arbeitern in seiner berühmten, vielbeachteten Predigt zur sozialen Frage und die Zukunft der Arbeiter ansprach und christliche Antworten und Forderungen vortrug.
Bis heute ist die Wallfahrt lebendig, mit klaren Aussagen der Predigt zu aktuellen Fragen der Kirche und der Gesellschaft. An den Wallfahrtstagen kommen auch heute viele, in kleinen und großen Gruppen, zur Liebfrauenheide. Täglich kommen Beter mit ihren Anliegen zu dieser stillen Stelle. Ungebrochen ist das Vertrauen der Christen der Umgebung auf die Nähe und Hilfe Gottes und die Fürbitte der Mutter der Schmerzen.

 

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